Die Fähigkeiten, die du im Yoga trainierst


Ja, trainieren steht da – ganz unesoterisch und inspirituell. Ich möchte dir heute einen etwas anderen Aspekt des Yoga zeigen, über den du vielleicht noch nie nachgedacht hast. Denn Yoga ist eigentlich Training pur. Yoga ist für den Geist und nimmt ihn Schritt für Schritt an die Zügel. Denn mal ehrlich: unser Geist ist ein wildes Pferd, das in sehr viele Richtungen läuft, wenn man nicht aufpasst. Manchmal auch der „Monkey Mind“ genannt.
Aber was genau wird denn trainiert?

1. Fokussierte Aufmerksamkeit
Hast du schon einmal erlebt, dass dein Geist nach einer Yogaeinheit ruhiger ist und du GANZ bei einer Sache sein kannst? Das ist Fokus, fokussierte Aufmerksamkeit – also z.B. diszipliniert EINE Sache zu tun. In einer Welt, in der ständiges Multitasking als Fähigkeit verlangt wird, ist dies schon eine große Herausforderung. Unser Geist ist gewöhnt mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, auch wenn er das gar nicht so wirklich kann. Wenn es dann auf einmal nur EINE Sache ist, ist das gewöhnungsbedürftig – der Geist weicht ab. Im Yoga wird dieser Aspekt durch den/die Yogalehrer/in dargestellt, der/die Yogaeinheit leitet und du folgst diesen Anleitungen. Den meisten Menschen fällt es so leichter sich zu fokussieren, als wenn sie es selbst machen.

2. Offene Aufmerksamkeit
Ist es dir nach einer Yogastunde schon mal so gegangen, dass dir die Natur mehr auffällt? Auf einmal scheint die Sonne viel schöner als sonst, die Vögel zwitschern und eine Wolkenformation begeistert dich – es ist dir möglich in das Sein zu lauschen. Auf einmal fallen dir Dinge auf, die du sonst nicht wahrgenommen hättest, während du Smartphone-versunken durch die Gegend spaziert bist. Die Wahrnehmung wird ausgeweitet auf das was auch noch da ist. Unsere Aufmerksamkeit wird im Alltag sehr von außen bestimmt – wenn das Smartphone vibriert, die Email aufpoppt, das Telefon klingelt, der/die Arbeitskolleg/in etwas braucht …  der Fokus geht ständig zu dem Ding, das am lautesten schreit. Dadurch leben wir oft abgewandt von uns selbst, vor allem wenn wir im Umfeld gefordert werden durch Familie, Job, Partnerschaft … auch wenn wir sie lieben!! Es ist wie die Kunst des Zuhörens ohne Fokus – ganz egal ob es dich selbst betrifft oder dein Umfeld – es ist mit dieser Fähigkeit wie ein Foto mit dem Hashtag #nofilter. Du trainierst Schritt für Schritt deine Fähigkeit einfach klar hinzuschauen, hinzuhören und wahrzunehmen. Du entwickelst mehr Wahrnehmung für das große Ganze.

Durch den ruhigeren Geist werden auch die „ausführenden Funktionen“ trainiert – d.h. dein Arbeitsspeicher, Erinnerungsfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit werden besser. Yoga ist also wie ein Mentaltraining und viele Menschen haben dies schon fix in ihren Tagesablauf durch Yoga, Meditation oder andere Achtsamkeitspraktiken integriert. Es heißt dann halt, „Ich geh zum Yoga“ und nicht „Ich geh jetzt mal meinen Geist trainieren“.

Neben diesen wunderbaren Trainingseffekten auf den Geist hat Yoga noch eine ganze Menge toller Effekte auf den Körper:

Beruhigung des Nervensystems – Yoga ist eine Auszeit von den vielen Eindrücken des Alltags. Durch die körperliche  Bewegung und das Lenken der Aufmerksamkeit, sowie gezielte Übungen wird das Nervensystem beruhigt. In einem meist stressigen Alltag kann es passieren, dass dein Nervensystem gar nicht mehr herunterfährt und ständig auf Alarmbereitschaft ist. Eine Yogaeinheit kann da sehr viel Ruhe in den Körper bringen!

Reduziertes Schmerzempfinden – vor allem bei ruhigeren Yogastilen, die den Blick nach innen bringen bekommt der Körper oft eine Aufmerksamkeit, die er im Alltag nicht hat. Jetzt können Regenerationsprozesse beginnen. Dies passiert durch das „Hinschauen“ und die Atemaufmerksamkeit, die du in die Bereiche bringst, die sich zeigen. Ist das nicht genial!? Ein liebevoller Blick und genug Zeit und der Körper beginnt sich quasi selbst zu reparieren.

Propriozeption – wir nehmen klarer wahr, wo sich unsere Körperteile befinden. Diese Fähigkeit ist besonders nützlich für jede Sportart – die Präzision beim Klettern wird erhöht, die Haltung auf Sportgeräten wird bewusster. Auch der Bewegungsfluss, wie er z.B. im Vinyasa Flow Yoga praktiziert wird, führt zu der Fähigkeit den Körper im Fluss der Bewegung besser wahrzunehmen.

Die Liste der Fähigkeiten, die du beim Yoga trainierst, könnte an dieser Stelle noch um vieles erweitert werden. Ich habe mich in meiner Masterarbeit näher damit befasst und werde in meinem Blog in den nächsten Monaten immer wieder mal was dazu teilen!

Disclaimer: Falls es für jemanden so geklungen haben möge: Ich möchte damit nicht sagen, dass Yoga ein Allheilmittel ist, ich kann nur aus den Erfahrungen sprechen, die ich selbst im Yoga gemacht habe und durch Gruppen erfahren habe. Die Fähigkeiten, die beim Yoga trainiert werden, lassen dich ganz simpel früher darauf aufmerksam werden, wenn etwas mit dem Körper oder auf mentaler Ebene nicht stimmt. Yoga ersetzt keine ärztliche Behandlung oder Therapien.

Mich würde echt interessieren, ob dich dieser Input angesprochen hat. Ich persönlich finde diese Themen unfassbar spannend und könnte Stunden drüber sprechen wie magisch einfach und genial Yoga auf den Menschen wirkt… 😀

Im Oktober gibt es wieder einige neue Möglichkeiten, mit mir Yoga zu praktizieren! Die Informationen für’s Silvesterretreat sind online und es ist BUCHBAR – natürlich #10paxmax.
Weiter unten findet ihr auch alle aktuellen Yogaeinheiten im Saggen, im Kletterzentrum Innsbruck, Kinderyoga und online. Alle Online-Yoga Links sind im Email enthalten – gleich irgendwo klickbereit abspeichern. Außerdem gibt’s endlich Infos zum Kinderyoga Wintersemester.
Ich freue mich sehr zu lesen wie es DIR in diesen herbstlichen Zeiten geht!!

Vera

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert